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1. Bildungspolitik

Gute Bildung – Gutes Leben
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Gute Bildung ist die Grundlage für ein gutes Leben. Sie entscheidet über Chancen, über Teilhabe und darüber, wie selbstbestimmt Kinder und Jugendliche ihren Weg gehen können. Deshalb machen wir uns stark für Förderung, Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen. In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Schritte hin zu mehr Chancengerechtigkeit gemacht. Mecklenburg-Vorpommern gehört heute bundesweit zu den Ländern mit den besten Voraussetzungen für chancengerechte Bildung. Das ist ein Erfolg, auf dem wir aufbauen. Gleichzeitig wissen wir: Gute Bildung ist kein Zustand, sondern eine dauerhafte Aufgabe.

Noch immer erleben Kinder und Jugendliche Brüche in ihren Bildungsbiografien – beim Übergang von der Kita in die Schule, von der Schule in Ausbildung oder Studium. Genau hier setzen wir an. Wir wollen diese Übergänge als verlässliche Brücken gestalten, die Sicherheit geben, Orientierung bieten und individuelle Entwicklung ermöglichen. 66Unser Anspruch ist klar: Jedes Kind soll die Unterstützung bekommen, die es braucht. Unabhängig von Herkunft, Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen ihre Potenziale entfalten, einen anerkannten Schulabschluss erreichen und gut vorbereitet ihren weiteren Lebensweg gehen können.

Bildungspaket und Bildungsfrieden

Bildung ist mehr als Wissen – sie ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und zu einer gerechteren Gesellschaft. Es ist die Zukunft der Kinder und Jugendlichen, die wir gestalten.

Wir wollen:

  • Ein 300-Millionen-Euro Bildungspaket auf den Weg bringen, um Personal und individuelle Förderung zu stärken. Denn gute Bildung braucht Zeit, gute Bedingungen und Menschen, die sie tragen.
  • Einen Bildungsfrieden verhandeln, damit insbesondere durchgängige Bildungsbiografien, sichere Schulstandorte, gute Arbeitsbedingungen und zuverlässige Unterrichtsversorgung sichergestellt werden.

Gute Bildung beginnt in der Kita

Die Kita ist der erste Bildungsort im Leben eines Kindes. Hier entstehen die Grundlagen für Sprache, soziale Kompetenzen und Selbstvertrauen. Frühkindliche Bildung entscheidet maßgeblich über den weiteren Bildungsweg und ist der Schlüssel für echte Chancengerechtigkeit. Mit dem Erhalt der Beitragsfreiheit haben wir wichtige Voraussetzungen geschaffen. Doch gute Bildung braucht mehr: Zeit für jedes Kind, bessere Rahmenbedingungen und gezielte Förderung.

Wir wollen:

  • Die Beitragsfreiheit in der Kita erhalten und Qualitätsverbesserungen beginnend in Krippe und Hort, da die Bedarfe dort am drängendsten sind.
  • Eine Garantie für eine wohnortnahe Tagesbetreuung für jedes Kind.
  • Kleinere Gruppen, insbesondere eine schrittweise Absenkung der Gruppengröße in der Krippe auf je 4 Kinder pro Gruppe und im Hort je 18 Kinder pro Gruppe.
  • Flächendeckende Sprachstandsfeststellungen bei den viereinhalbjährigen Kindern und eine verbesserte Sprachförderung durch zusätzliche Sprachfachkräfte.
  • Die Einrichtung von Startchancen-Kitas durch den Bund erwirken.
  • Profil-Kitas wie Schwimm-Starter-Kitas und Niederdeutsch-Kitas stärken.
  • Ein verbindliches Vorschuljahr für einen gelingenden Übergang in die Schule einführen.

Gute Bildung durch mehr Personal

Gute Bildung entsteht dort, wo ausreichend Zeit, Unterstützung und verlässliche Strukturen vorhanden sind. Lehrkräfte können ihren Bildungsauftrag nur dann gut erfüllen, wenn sie entlastet werden. Schule ist heute mehr als Unterricht – sie braucht multiprofessionelle Zusammenarbeit, um allen Kindern gerecht zu werden. Deshalb wollen wir die Schulen mit mehr Personal und multiprofessionelle Teams stärken.

Wir wollen:

  • 500 zusätzliche Alltagshilfen in der Schule.
  • 100 zusätzliche Verwaltungsfachkräfte in der Schule.
  • 100 zusätzliche Psycholog:innen in der Schule.
  • 300 zusätzliche unterstützende pädagogische Fachkräfte in der Schule.
  • 2000 zusätzliche Anrechnungsstunden für Schulleitungen, unter anderem zum Einsatz einer zweiten Stellvertretung oder Erhöhung der Anrechnungsstunden für tätige Schulleitungen.
  • 950 zusätzliche Lehrkräftestellen, um die Unterrichtsverpflichtung zu senken.

Gute Schule durch bessere Arbeitsbedingungen

Neben ausreichend Personal braucht gute Schule mehr Zeit für pädagogische Arbeit, klare Strukturen und gezielte Unterstützung im Alltag. Um Unterricht zu verbessern, individuelle Förderung zu ermöglichen und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es konkreter Entlastungen und verbesserten Rahmenbedingungen. Deshalb entwickeln wir Schule konsequent weiter – mit mehr Zeit, besseren Entwicklungsmöglichkeiten und starken Unterstützungsangeboten.

Wir wollen:

  • Schulsozialarbeit an jeder Schule.
  • Die Unterrichtsverpflichtung an allen Schularten schrittweise auf 25 Wochenstunden absenken.
  • Das medienpädagogische Zentrum personell ausbauen, um Unterrichtsangebote der Medienbildung zu stärken.
  • Beförderungsersetzende Höhergruppierungen an Grund- und Regionalschulen einführen.
  • Eine Klassenleiterstunde an beruflichen Schulen einführen.

Demokratie erleben, statt nur zu lernen

Schulen sind nicht nur ein Ort der Bildung, sondern des sozialen Miteinanders. Hier lernen Schüler*innen arbeiten und lernen, aber machen auch häufig ihre ersten Begegnungen mit demokratischen Beteiligungsprozessen und zivilgesellschaftlichen Engagement. Die Förderung von Schülerbeteiligung am Bildungsalltag ermöglicht Kindern- und Jugendlichen frühzeitig zu erleben, wie Demokratie funktioniert und wie man sie mitgestalten kann.

Wir wollen:

  • Die demokratische Teilhabe von Schüler*innen fördern. Dazu gehört insbesondere die Stärkung des Landes-, sowie der Stadt- und Kreisschüler*innenräte, etwa durch bessere und einheitliche Ausfinanzierung der Kreis- und Stadtschüler*innenräte, inklusive gestalterischer Budgets und Antrags- und Rederecht für alle Kreis- und Stadtschüler*innenräte.
  • Berichtsverpflichtung der Schüler*innenräte an die Klassen und Verankerung der Berichte in den Rahmenplänen
  • Schulfreistellungen für Weiterbildungen, die Schülervertreter*innen notwendige Fähigkeiten für ihre Tätigkeit vermitteln.
  • Klassenleiterstunden verpflichtend machen und basisdemokratisch gemeinsam mit allen Schüler*innen in Form eines Klassenrates gestalten. Hierfür soll das Bildungsministerium Handreichungen für Lehrkräfte entwickeln.
  • Einführung eines jährlichen verpflichtenden Projekttages zur Schüler*innendemokratie, welcher Schüler*innen ermöglicht, bestehende Beteiligungsmöglichkeiten, wie die Schüler*innenräte kennenzulernen oder an der Umsetzung eigener Projekte, wie etwa Schüler*innenzeitungen zu arbeiten.
  • Aufbau eines Beteiligungsnetzwerks von Schüler*innenräten und Jugendbeiräten, um Wissensweitergabe und einheitliche Arbeitsstandards zu fördern.
  • Juniorwahlen an allen Schulen, um Schüler*innen unter 16 die Möglichkeit zu geben, demokratische Prozesse kennenzulernen und politisch Position zu beziehen
  • Beteiligung von Schülervertreter*innen an der Entwicklung der Rahmenpläne

Entlastung von Schüler*innen

Schüler*innen leiden häufig an Stress und chronischer Überarbeitung, dies gilt insbesondere für Schüler*innen aus ärmeren Familien. Eine Entlastung von Schüler*innen, um einen stressfreieren Schulbesuch zu ermöglichen, sind, genauso wie gute Lehr- und Arbeitsbedingungen, unser Ziel.

Wir wollen:

  • Klare Regelung zur Leistungskontrolle. Die aktuellen „Soll“-Bestimmungen sollen so angepasst werden, dass maximal zwei Klausuren oder Test die Woche geschrieben werden dürfen.
  • Klare Leitlinien für Schulen über die Pausengestaltung, inklusive die Bereitstellung von Ruhe- und Gemeinschaftsräumen, um eine individuelle Pausengestaltung durch Schüler*innen zu ermöglichen.
  • Eingliederung von Resilienzförderung und Lerntrainings in die Rahmenpläne
  • Abschaffung der Benotung in Kunst, Musik und Sport, sofern die Fächer nicht als Leistungskurse belegt werden.
  • Einführung eines Fachs für „Beziehungen, Sexualkunde und Gesundheit“ nach britischem Vorbild
  • Flächendeckende Grundausstattung mit Digitalgeräten und zentrale Anschaffung über die Schulen
  • Kostenlose Menstruationsprodukte an allen Schulen
  • Einführung von Gutscheinen für Lernmaterialen
  • Anonyme Feedbackbögen zur Unterrichtsgestaltung für Schüler*innen, um Lehrkräften konstruktives Feedback zu Inhalt und Stoffvermittlung bereitzustellen.