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10. Gesundheit

ein starkes Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern
Kumar Sharma / pixabay.com

Gesundheit ist entscheidend für die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe jedes Einzelnen, gleichzeitig aber auch für die wirtschaftliche Stabilität von Bedeutung. Angesichts des demografischen Wandels, des medizinischen Fortschritts und sich verändernder klimatischer Bedingungen steht Mecklenburg-Vorpommern vor großen Herausforderungen im Gesundheitswesen. Wir setzen uns für eine flächendeckende, bedarfsgerechte medizinische Versorgung in dauerhaft hoher Qualität ein – für alle Menschen, unabhängig von Alter, Wohnort oder Einkommen. Unser Ziel ist ein Gesundheitswesen, das Prävention, Versorgung und Nachsorge integriert, die Rechte der Patient:innen respektiert und Fachkräfte langfristig bindet.

Gesundheitskompetenzen weiterentwickeln

Gesundheit hängt gleichermaßen von gesellschaftlichen Verhältnissen wie von gesundheitsbewusstem Verhalten ab. Deshalb treten wir grundsätzlich für ein Gesundheitswesen ein, das dem Profitprinzip entzogen wird. Zugleich wollen wir Möglichkeiten schaffen, die Gesundheitskompetenzen, insbesondere von Heranwachsenden, zu fördern und weiterzuentwickeln. So wollen wir die Erste-Hilfe–Kurse an Schulen ausbauen und das bereits erfolgreich erprobte „Ersthelfende-Programm“ auf das gesamte Land ausweiten.

Wir wollen:

  • Gesunde Ernährung fördern. Insbesondere wollen wir durch gesundheitliche Aufklärung dazu motivieren, den Zuckerkonsum einzuschränken.

Prävention stärken – Gesundheit aktiv fördern

Vorbeugung ist zentral, um Krankheiten zu verhindern und Lebensqualität zu erhalten.

Präventionsmaßnahmen im Ehren- und Hauptamt leisten bereits viel, müssen aber wirksamer und systematisch ausgebaut werden. Besonders Kinder und Jugendliche sollen von einer verstärkten Gesundheitsförderung profitieren.

Wir wollen:

  • Präventionsangebote qualitativ verbessern und flächendeckend ausbauen.
  • Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche gezielt stärken.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen, Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen intensivieren.

Gesundheitsversorgung braucht engagierte Menschen

Die medizinische Versorgung hängt maßgeblich von qualifizierten Fachkräften ab. Altersbedingt werden in den kommenden Jahren viele Haus- und Fachärzt:innen aus der ambulanten Versorgung ausscheiden, während nur ein Teil der Absolvent:innen humanmedizinischer Studiengänge in Mecklenburg-Vorpommern bleibt. Das Gesundheitswesen würde ohne das Engagement internationaler Fachkräfte nicht funktionieren. Es gilt, inländischen wie ausländischen Fachkräften in Mecklenburg-Vorpommern eine berufliche Perspektive zu bieten, ohne dass es zu gezielten Abwerbungen aus Ländern kommt, die selbst einen hohen Fachkräftebedarf im Gesundheitsbereich haben (Brain-Drain).

Wir wollen:

  • Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte im ärztlichen und nichtärztlichen Bereich beschleunigen.
  • Eine Willkommenskultur schaffen, die Fachkräfte zum Bleiben motiviert.
  • Programme wie „Landarztquoten“ ausschöpfen, Assistenz-Studiengänge und Stipendien für Studierende im Ausland auflegen, um Nachwuchs gezielt zu gewinnen.
  • Die Vergütung im Praktischen Jahr für Studierende auf ein existenzsicherndes Niveau anheben.
  • Das „Schwester-Agnes“ Modell für arztentlastende Dienste im ländlichen Raum wieder aufleben lassen.
  • Darauf hinwirken, dass Gesundheitslots:innen zum Einsatz kommen, die Patient:innen und Versicherte in allen relevanten Bereichen des Gesundheitswesens begleiten.

Keine medizinische Lücke lassen – flächendeckende Versorgungsnetzwerke bilden

Versorgungsstrukturen sind oft noch durch Sektorengrenzen geprägt, was zu Unter- oder Fehlversorgung führen kann. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es bereits erfolgreiche Kooperationen, deren Erfahrungen auf das gesamte Land übertragen werden sollen. Wir wollen flächendeckende Versorgungsnetzwerke sichern, sodass alle Menschen – insbesondere im ländlichen Raum – gut versorgt werden und Apotheken, Beratungs- und Betreuungsangebote erhalten bleiben.

Wir wollen:

  • Modellregionen für sektorenübergreifende Versorgung und Vergütungsmodelle einrichten.
  • Erfahrungen aus erfolgreichen Netzwerken wie dem „Haff-Net“ nutzen und bundesweit geltende Regelungen einbeziehen.
  • Die gesundheitliche Versorgung als zusammenhängende Versorgungskette sicherstellen, die Sektorengrenzen überwindet. Dazu gehören auch eine bedarfsgerechte Organisation und eine unbürokratische Finanzierung von Kranken- und Patient:innentransporten, damit notwendige Behandlungen nicht an finanziellen Hürden scheitern.
  • Das Netz der Krankenhausstandorte im Zuge der Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform als Ankerpunkte der medizinischen Versorgung erhalten und weiterentwickeln.
  • Regionale Gesundheitszentren und Hebammenzentren fördern.
  • Telemedizin flächendeckend zum Einsatz bringen.
  • Einen flächendeckendenden, bedarfsgerechten, kurzfristigeren und bürokratieärmeren Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten.

Patient:innenrechte stärken – Versorgung mitbestimmen

Medizinische Versorgung muss die Bedürfnisse und Wünsche der Patient:innen in den Mittelpunkt stellen. Transparenz, Mitbestimmung und Nachvollziehbarkeit von Diagnose, Therapie und Rehabilitation sind Voraussetzung für qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Patient:innen sollen aktiv in Entscheidungen einbezogen werden, auch gemeinsam mit An- und Zugehörigen.

Wir wollen:

  • Patient:innenrechte stärken und die Versorgung an deren Bedürfnissen orientieren.
  • Patient:innenvertretungen und Selbsthilfeorganisationen einbinden und unterstützen, um Versorgungsketten ohne Sektorgrenzen zu gewährleisten.
  • Long-Covid- und ME/CFS-Betroffene besser betreuen, deren medizinische Versorgung verbessern und Forschungsprojekte auf diesem Gebiet unterstützen.

Solidarisches Gesundheitssystem – Versorgung vor Profit

Eine hochwertige Versorgung ist nur möglich, wenn Gesundheit nicht als Ware betrachtet wird. Krankenhausfinanzierung darf nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sein, sondern muss dem Gemeinwohl dienen. Gleichzeitig sollen Pflege und medizinische Versorgung solidarisch finanziert werden.

Wir wollen:

  • Ein solidarisches Gesundheits- und Pflegesystem stärken.
  • Gewinne aus dem Betrieb von Krankenhäusern verhindern und Steuergelder ausschließlich für die Versorgung einsetzen.
  • Langfristige Perspektiven für ein gemeinwohlorientiertes Gesundheitssystem schaffen.