17. Kunst und Kultur
Kunst und Kultur sind kein Luxus, sondern eine Grundlage unseres Zusammenlebens und unverzichtbarer Bestandteil einer lebendigen Demokratie. Sie schaffen Räume für Austausch, Kritik und Fantasie, stiften Identität und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Kulturelle Angebote sind zentrale Orte der Begegnung und Teilhabe – in Städten wie im ländlichen Raum. Für uns als Die Linke ist klar: Kultur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Zugang zu Kunst und Kultur muss für alle Menschen offenstehen – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Wohnort.
Verlässliche Kulturförderung und starke öffentliche Verantwortung
Eine vielfältige Kulturlandschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Noch immer hängt kulturelle Arbeit vielerorts von unsicheren Haushaltslagen und kurzfristigen Förderentscheidungen ab. Das führt zu Ungleichheit, Unsicherheit und gefährdet kulturelle Vielfalt – insbesondere im ländlichen Raum. Deshalb wollen wir Kultur als verbindliche öffentliche Aufgabe stärken und dauerhaft absichern.
Wir wollen:
- Kultur als Pflichtaufgabe in der Landespolitik verankern.
- Ein Kulturfördergesetzes mit klaren und transparenten Fördergrundsätzen einführen.
- Verlässliche, mehrjährige Förderstrukturen statt kurzfristiger Projektlogiken etablieren.
- Kommunen zur Sicherung kultureller Angebote vor Ort unterstützen.
- Transparente, unbürokratische Förderverfahren und bessere Beratung anbieten.
Gute Arbeit und künstlerische Freiheit sichern
Künstlerische Freiheit braucht materielle Sicherheit. Kunst darf nicht von Marktlogik oder wirtschaftlichem Druck bestimmt werden. Gleichzeitig leisten Kulturschaffende und Kreative hochqualifizierte Arbeit, die oft unter prekären Bedingungen stattfindet. Gute Kulturpolitik bedeutet deshalb, sowohl die Freiheit der Kunst zu schützen als auch die Arbeitsbedingungen derjenigen zu verbessern, die sie schaffen.
Wir wollen:
- Eine gezielte und beständige Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft.
- Verbindliche Mindest- und Basishonorare bei öffentlich geförderten Projekten.
- Gute Bezahlung einschließlich der Vor- und Nachbereitungszeiten.
- Verbindliche Ausstellungsvergütungen.
- Die soziale Absicherung stärken (u. a. Künstlersozialkasse).
- Den Schutz der Kunstfreiheit vor politischer Einflussnahme und Zensur stärken.
Kulturelle Teilhabe, Bildung und Vielfalt
Kulturelle Teilhabe ist ein Recht für alle. Dieses Recht muss aktiv ermöglicht werden, indem Barrieren abgebaut und vielfältige Zugänge geschaffen werden. Kultur soll die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegeln und Räume öffnen, in denen Menschen selbst kreativ werden und sich einbringen können – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter.
Wir wollen:
- Finanzielle, soziale und bauliche Barrieren bei Kunst und Kultur abbauen.
- Kulturelle Bildung in Kita, Schule und Erwachsenenbildung stärken.
- Partizipative, sozio- und subkulturelle Angebote ausbauen und gleichberechtigt fördern.
- Diskriminierungssensible und inklusive Förderstrukturen schaffen.
- Unterrepräsentierte Gruppen gezielt fördern.
- Film, Medienkunst und digitale Kulturformate stärken.
- Nachwuchs- und Regionalproduktionen unterstützen.
- Internationale Kooperationen, insbesondere im Ostseeraum, fördern.
Kulturorte, Infrastruktur und kulturelles Erbe sichern
Kunst und Kultur brauchen Räume: Theater, Museen, Bibliotheken, Ateliers und soziokulturelle Zentren sind Orte der Begegnung und demokratischen Praxis. Gerade im ländlichen Raum sind sie unverzichtbar für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist der Erhalt des kulturellen Erbes eine zentrale öffentliche Aufgabe.
Wir wollen:
- Kulturelle Infrastruktur im ganzen Land erhalten und ausbauen.
- Kulturorte vor Verdrängung schützen und einen baurechtlichen Bestandsschutz für Kulturorte einführen.
- Die Nutzung von Leerständen und öffentlichen Gebäuden für Kultur fördern.
- Selbstverwaltete und freie Kulturorte unterstützen.
- Denkmalschutz, Baukultur und Erinnerungskultur stärken.
- Denkmalpflege und Klimaschutz besser miteinander verzahnen.
