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14. Landwirtschaft, Forst, Fischerei

nachhaltig und regional
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Die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: Klimawandel, Artensterben, Dürre, Preisdruck und strukturelle Ungleichheiten setzen Betriebe zunehmend unter Druck. Gleichzeitig sichern sie unsere Ernährung, prägen unsere Kulturlandschaft und leisten einen zentralen Beitrag für Natur- und Umweltschutz. Für Die Linke ist klar: Wir brauchen eine sozial gerechte und ökologische Agrarwende. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei müssen sich am Gemeinwohl orientieren, nachhaltig wirtschaften und den Menschen, die dort arbeiten, ein gutes Leben ermöglichen.

Gute Arbeit, faire Einkommen und soziale Sicherheit

Die Menschen, die in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft arbeiten, leisten unverzichtbare Arbeit für unsere Gesellschaft. Dennoch sind viele von unsicheren Einkommen, fehlender oder schlechter sozialer Absicherung und schwierigen Arbeitsbedingungen betroffen. Wir stellen die Interessen der Beschäftigten und Betriebe in den Mittelpunkt und sorgen dafür, dass gute Arbeit auch gut bezahlt und abgesichert ist.

Wir wollen:

  • Flächendeckende Tarifverträge mit fairen Löhnen.
  • Einen armutsfesten Mindestlohn und Sozialversicherung auch für Saisonarbeitskräfte.
  • Soziale Absicherung für mitarbeitende Familienangehörige.
  • Eine verlässliche Alters-, Kranken- und Unfallversicherung für alle Beschäftigten.
  • Die Landesforstanstalt mit besserer Personalausstattung und fairen Einkommen stärken.

Regionale Wertschöpfung und gerechte Märkte

Landwirtschaft darf nicht von wenigen großen Konzernen dominiert werden. Regionale Wirtschaftskreisläufe sichern Einkommen vor Ort, stärken ländliche Räume und sorgen für gute, bezahlbare Lebensmittel. Wir wollen die Marktmacht großer Handels- und Verarbeitungskonzerne begrenzen und faire Bedingungen für landwirtschaftliche Betriebe schaffen.

Wir wollen:

  • Regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen fördern und stärken.
  • Die Gemeinschaftsversorgung durch regionale Produkte stärken.
  • Gerechte Lieferbeziehungen und ein wirksames Kartellrecht.
  • Eine Preisgestaltung für Lebensmittel, beginnend mit den Erzeugerpreisen.
  • Den Ausbau und die Wiederansiedlung regionaler Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten initiieren und fördern.
  • Regionale Marketinginitiativen fördern und ein verlässliches Regionalsiegel einführen.

Landwirtschaft im Einklang mit Natur und Klima

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft schützt Klima, Böden, Wasser und Artenvielfalt. Gleichzeitig müssen Landwirt:innen für gesellschaftlich gewünschte Leistungen angemessen bezahlt werden. Wir verbinden ökologische Ziele mit sozialer Sicherheit und unterstützen Betriebe beim Umbau hin zu nachhaltigen Produktionsweisen.

Wir wollen:

  • Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren.
  • Die Erweiterung von Gewässerrandstreifen kombiniert mit strengeren Regeln für Pflanzenschutzmittel und Düngung.
  • Ökologischen Landbau auf mindestens 25 % der Flächen ausweiten.
  • Leistungen für Tierwohl, Klima-, Natur- und Umweltschutz honorieren.
  • Heimische Standards vor unfairen Importen schützen.

Boden, Tierhaltung und nachhaltige Strukturen

Boden darf keine Ware sein! Er ist Lebensgrundlage! Es braucht eine Tierhaltung, die Tierwohl, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz gerecht wird. Wir setzen auf eine Agrarstrukturpolitik, die bäuerliche Betriebe stärkt, Spekulation begrenzt und nachhaltige Bewirtschaftung fördert.

Wir wollen:

  • Ein Agrarstrukturgesetz gegen Bodenspekulation.
  • Das Vorkaufsrecht des Landes für Flächen mit besonderer Umweltbedeutung ausweiten und auch für anerkannte Naturschutzorganisationen öffnen.
  • Den Vorrang für ortsansässige und junge Landwirt:innen bei Flächenvergabe.
  • Einen sozialverträglichen Umbau der Tierhaltung mit hohen Standards.
  • Eine Begrenzung von Tiertransporten und strengere Kontrollen.
  • Flächengebundene Tierhaltung priorisieren und keine neuen überdimensionierten Tierhaltungsanlagen.
  • Die gezielte Förderung von Weidetierhaltung auch zur Erreichung von naturschutzfachlichen Zielstellungen.

Wälder stärken und Verwaltung vereinfachen

Wälder sind zentrale Ökosysteme und spielen eine Schlüsselrolle für Klimaschutz und Biodiversität. Forstwirtschaftliche Betriebe brauchen praktikable Rahmenbedingungen, die sie entlasten statt überfordern. Wir verbinden ökologische Ziele mit einer modernen, unterstützenden Verwaltung.

Wir wollen:

  • Den Waldanteil bis 2030 auf mindestens 30 % erhöhen.
  • Den raschen Umbau zu klimaresilienten und schwer entzündlichen Laub- und Mischwäldern.
  • Waldmoore wiedervernässen.
  • Wasserrückhalt im Wald durch den Rückbau von zwecklosen Entwässerungsgräben stärken.
  • Die Forstverwaltung personell besser ausstatten.
  • Förderanträge digitalisieren und vereinfachen.

Fischerei und Gewässerschutz

Die Fischerei hat in Mecklenburg-Vorpommern eine lange Tradition und bleibt ein wichtiger Bestandteil regionaler Identität. Gleichzeitig verändern sich die ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen grundlegend. Wir setzen auf nachhaltige Nutzung der Gewässer und neue Perspektiven für die Fischerei.

Wir wollen:

  • Die Berufs- und Freizeitfischerei erhalten und weiterentwickeln.
  • Nachhaltige Programme wie „Sea Ranger“ ausbauen.
  • Neue Einkommensperspektiven für Küstenfischer entwickeln.
  • Nachhaltige Aquakulturen fördern.