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6. Kinder- und Jugendpolitik

Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Gesundheit

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft von Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Bedürfnisse, Rechte und Lebenslagen müssen in allen politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. Armut, ungleiche Bildungschancen, fehlende Teilhabe, psychische Belastungen und mangelhafte Infrastrukturen dürfen den Start ins Leben nicht bestimmen. Eine gute Kinder- und Jugendpolitik sichert nicht nur Chancengerechtigkeit, sondern stärkt langfristig die Gesellschaft, die Demokratie und den sozialen Zusammenhalt.

Kinderarmut, soziale Teilhabe und Bildung

Kinderarmut ist ein strukturelles Problem: Mindestens jedes sechste Kind in M-V ist betroffen. Kein Kind darf in Armut aufwachsen. Soziale Teilhabe, Bildung und Sport müssen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern möglich sein.

Wir wollen:

  • Eine echte Kindergrundsicherung einführen: Erhöhung des Kindergeldes, Zuschläge für Alleinerziehende und Familien mit geringen Einkommen, die Berücksichtigung von Wohn- und Heizkosten sowie von besonderen Bedarfen.
  • Eine Kinderkarte von 50 Euro monatlich für alle Kinder bis 18 Jahre, um Sport, Kultur und Bildung zu ermöglichen.
  • Medienkompetenz in allen Bildungseinrichtungen ausbauen sowie Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte und Fachkräfte.
  • Plattformregulierung und Verantwortung von Tech-Unternehmen bei Hassrede, Cybermobbing, Gewaltverherrlichung und sexualisierter Darstellung von Minderjährigen.

Psychische Gesundheit, Schulsozialarbeit und Strukturen

Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen leidet zunehmend unter Stress, Krisen und gesellschaftlichen Belastungen. Frühzeitige Prävention, professionelle Begleitung und Beteiligung junger Menschen sind entscheidend, um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.

Wir wollen:

  • Hilfsangebote ausbauen: mehr Psychotherapeut:innen, digitale Angebote und flächendeckende Schulpsycholog:innen.
  • Wichtige Kompetenzen wie gesundheitsförderndes Verhalten, Emotionsregulation und Umgang mit Stress im Schulalltag verankern.
  • Schulsozialarbeit stärken: mindestens eine:r Schulsozialarbeiter:in pro Schule, dauerhaft gesichert durch ein Landesprogramm.
  • Eine:n unabhängige:n Kinder- und Jugendbeauftragte:n mit Kabinettsrang und verbindlichen Befugnissen einrichten.
  • Das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz weiterentwickeln und jährliche themenbezogene Berichte zur Lebenslage von Kindern und Jugendlichen erstellen.
  • Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz.
  • Eine landesweite Initiative starten, welche die Lebenslagen und Bedarfe von sogenannten „Care Leavers“ analysiert und Vorschläge zur Verankerung von Maßnahmen in der Landesstrategie Kinderschutz sowie in den Landesjugendhilfeberichten erarbeitet.

Jugendförderung, Sport und Familienpolitik

Jugendpolitik ist mehr als Schutz – sie eröffnet Chancen für Engagement, Sport, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Kinder- und Jugendförderung muss als Pflichtaufgabe gesichert, Jugendengagement anerkannt und Sport sowie Familienförderung nachhaltig unterstützt werden.

Wir wollen:

  • Kinder- und Jugendarbeit zur kommunalen Pflichtaufgabe machen, die Landesjugendhilfeplanung strategisch ausrichten und den Landesjugendplan bedarfsgerecht ausfinanzieren.
  • Jugendverbände, Ferienfreizeiten, internationalen Austausch, politische Jugendarbeit und Medienbildung gezielt fördern.
  • Die Empfehlungen der Enquete-Kommission „Jung sein in M-V“ umsetzen.
  • Sportförderung: Die Ausfinanzierung von den Programmen „Kinderbewegungsland“, „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“ und „M-V kann schwimmen“.
  • Sportanlagen ausbauen und sanieren, Breiten- und Leistungssport fördern sowie Bundesstützpunkte und Nachwuchsleistungssport sichern.
  • Dass die Prävention sexualisierter Gewalt für Sportvereine in Mecklenburg-Vorpommern, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, verpflichtend wird. Wir wollen Kinder und Jugendliche durch Strukturen und Ansprechpersonen schützen. Das müssen Vereine gewährleisten können.